Morgenübelkeit und Übelkeit während der Schwangerschaft

//Morgenübelkeit und Übelkeit während der Schwangerschaft

Morgenübelkeit in der Schwangerschaft

Wenn die Morgenübelkeit nur auf den Vormittag beschränkt wäre! Hier ist die Hilfe für Frauen mit Übelkeit während der Schwangerschaft, besonders in den Anfangsmonaten.

Eines Tages erwacht man mit einem seltsamen, unangenehmen Gefühl in der Magengrube. Könnte es Seekrankheit sein? Sicher fühlt es sich so an (oder der schlimmste Kater, den Sie je hatten). Willkommen zur Morgenübelkeit. Die Chancen stehen gut, dass Sie sich in den nächsten Wochen etwas unwohl fühlen werden.

Wann beginnt die Morgenübelkeit?

Wenn Sie zu den 75% gehören, die im ersten Trimester der Schwangerschaft unter den Symptomen dieser Krankheit leiden, kennen Sie bereits die unangenehmen Botschaft: Obwohl dieses üble, quälende Gefühl in Ihrem Magen oft morgens beginnt, kann Sie dennoch zu jeder Tages- und Nachtzeit auftreten. Bekannt als Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft, beginnen die Symptome typischerweise ab der sechsten Schwangerschaftswoche. Und da der Geruchssinn bei einer gerade schwangeren Frau besonders ausgeprägt ist, führt die Morgenübelkeit auch bei vielen Frauen zu einer starken Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel und Gerüche.

Was man gegen Morgenübelkeit tun kann

  • Essen Sie nur das was Ihnen schmeckt: Es gibt zwar keine Behandlung gegen die Übelkeiten, aber glücklicherweise gibt es Wege, das Leid in der Zwischenzeit zu lindern. Halten Sie sich an Lebensmittel, die im Moment besonders gut schmecken, auch wenn es immer wieder dieselben sind. Vermeiden Sie es, Speisen zu essen (oder zu sehen, zu riechen oder gar darüber nachzudenken), die Übelkeit bei Ihnen auslösen (würzige und saure Speisen können besonders herausfordernd sein, ebenso wie alles, was ein starkes Aroma hat). Wählen Sie nur Nahrungsmittel, welche Sie problemlos vertragen können (holen Sie sich Ihr Vitamin A und Protein aus Pfirsichen und Joghurt beim Abendessen anstelle von Brokkoli und Huhn). 
  • Am frühen morgen etwas essen: Die Morgenübelkeit wartet nicht darauf, dass Sie morgens aufstehen. Übelkeit tritt am ehesten auf wenn Sie einen leeren Magen haben. Denn wenn man eine Weile nichts gegessen hat, haben die Säuren, die im leeren Bauch zirkulieren, nichts zu verdauen außer der Magenschleimhaut – was dann die Übelkeit erhöht. Um dies zu vermeiden, können Sie Müsli, Kekse oder Studentenfutter, gleich morgens knabbern. Es ist eine gute Idee, sogar ein kleines nächtliches Häppchen einzunehmen, damit Ihr Magen die ganze Nacht über ein wenig voll bleibt.
  • Vor dem Schlafengehen: Versuchen Sie, einen leichten Snack mit hohem Proteingehalt und vielen Kohlenhydraten (Vollkornmuffin, ein Glas Milch, Streichkäse…) kurz vor dem Schlafengehen zu essen, um einen zufriedenen Bauch zu haben, wenn Sie wieder aufwachen.
  • Kleinere Mahlzeiten, dafür aber öfters: Die Idee ist, den Bauch immer gefüllt zu halten. Essen Sie sechs Mini-Mahlzeiten über den Tag verteilt, anstatt drei große, wenn Ihr Bauch wieder leer ist, wird Ihnen eher übel. Außerdem sind kleinere Mahlzeiten leichter verdaulich – und es ist weniger wahrscheinlich, dass sie Übelkeit und Sodbrennen auslösen, ein weiteres klassisches Schwangerschaftssymptom. Verlassen Sie Ihr Haus nicht ohne einen gesunden Vorrat an Snacks, die Ihr Bauch vertragen kann (Trockenfrüchte und Nüsse, Müsliriegel, Trockengetreide, Vollkorngebäck…)
  • Gutes Essen: Lebensmittel mit hohem Proteingehalt und ausreichend Kohlenhydraten (wie Vollkorntoast  oder Hartkäse) ist nicht nur gut für das Baby, sie kann auch helfen, die Übelkeit in den Griff zu bekommen. Vermeiden Sie fettige Nahrungsmittel sowie Fast Food, welches schwer verdaulich ist und Ihre Übelkeit verschlimmern könnte.
  • Genügend trinken: Es ist wichtig, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, vor allem, wenn sie schon erbrochen haben. Wenn Sie kein Wasser vertragen können versuchen Sie ein Eis zu essen. Es gibt Frauen bei denen Trinken und Essen ihren Verdauungstrakt zu sehr belastet, wenn dies auch auf Sie zutrifft, versuchen Sie, Flüssigkeit zwischen den Mahlzeiten einzunehmen. 
  • Ihr empfindlicher Geruchssinn: Dank eines viel empfindlicheren Geruchssinns finden schwangere Frauen oft einmal appetitliche Aromen plötzlich anstößig  und unangenehme geradezu widerwärtig. Halten Sie sich also von Gerüchen fern, die Übelkeit auslösen – ob es nun die Wurst und die Eier sind, die Ihr Partner am Wochenende gerne isst, oder das Parfum, das Sie früher so gerne aufgetragen haben. 
  • Versuchen Sie eine Zitrone: Ein weiterer Trick gegen Morgenübelkeit sind Zitronen. Viele Frauen finden den Geruch und Geschmack von Zitronen beruhigend. Saure Bonbons oder ein Hauch von frisch geschnittener Zitrone können Ihr Ausweg sein.
  • Ruhe und Entspannung: Beides kann helfen, Übelkeit zu minimieren. Probieren Sie klassische Stressabbautechniken wie Yoga und Meditation aus und versuchen Sie, so viele Stunden wie möglich zu schlafen.
  • Lernen langsam zu gehen: Sie sollten nicht aus dem Bett stürzen und aus der Tür rasen, da das Hetzen die Übelkeit verschlimmert. Bleiben Sie stattdessen ein paar Minuten im Bett, knabbern Sie an einem Snack im Bett und genießen Sie dann langsam ein gemütliches Frühstück. Es mag unmöglich erscheinen, wenn Sie andere Kinder haben, aber versuchen Sie es einfach mal. Sie werden überrascht sein wie sich das auf Ihr wohl befinden auswirkt.
  • Fragen Sie Ihren Arzt nach Medikamenten: Wenn Ihre morgendliche Übelkeit sehr stark ist, können Sie mit Ihrem Arzt über die Einnahme von zugelassenen verschreibungspflichtigen Medikaments zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen während der Schwangerschaft reden. Nehmen Sie keine Medikamente  gegen Morgenübelkeit, es sei denn, sie werden von Ihrem Arzt verschrieben.

Was verursacht Morgenübelkeit?

Es könnte durch das erhöhte Niveau des Schwangerschaftshormons hCG ausgelöst werden (das um die Zeit der Morgenübelkeit am schlimmsten ist). Steigende Östrogen- und Progesteronwerte entspannen die Muskeln des Verdauungstraktes und machen die Verdauung weniger effizient. Die schnelle Dehnung der Gebärmuttermuskulatur trägt ebenso dazu bei das Ihnen morgens übel ist.

Ursachen der Morgenübelkeit:

  1. Hormonspiegel
  2. Empfindlichkeit der schwangeren Frau
  3. Das erste mal schwanger
  4. Die Erbanlagen
  5. Stress 

Nicht alle schwangeren Frauen leiden an Morgenübelkeit – und auch nicht auf die gleiche Weise. Manche haben nur gelegentlich schlechte Momente, andere fühlen sich rund um die Uhr unwohl, erbrechen aber nie, wieder andere erbrechen ab und zu und wieder andere erbrechen häufig. Es gibt wohl einige Gründe für diese Unterschiede:

1. Hormonwerte

Überdurchschnittlich hohe Werte (wie bei schwangeren Frauen) können die Morgenübelkeit erhöhen, niedrigere Werte können Morgenübelkeit minimieren oder beseitigen.

2. Empfindlichkeit einer schwangeren Frau

Wenn Sie einen empfindlichen Magen haben (Sie werden z.B. schnell seekrank), ist es wahrscheinlicher, dass Sie in der Schwangerschaft mehr Übelkeit und Erbrechen haben. Haben Sie normalerweise nie einen mulmigen Tag? Dann ist weniger wahrscheinlich, dass Sie viel unter einer Morgenübelkeit leider werden.

3. Das erste Mal schwanger

Die morgendliche Übelkeit tritt in der Regel in der ersten Schwangerschaft einer Frau häufiger auf. Diese These wird dadurch unterstützt, dass sowohl körperliche als auch emotionale Faktoren eine Rolle spielen können bei der ersten Schwangerschaft. Körperlich sind Frauen bei einer ersten Schwangerschaft weniger auf den Ansturm der Hormone und andere Veränderungen vorbereitet. Emotional sind Erstgebärende eher den Ängsten und Befürchtungen ausgesetzt, die Bauchschmerzen auslösen können, während Frauen in nachfolgenden Schwangerschaften durch die Anforderungen der Fürsorge und Betreuung für ältere Kinder von ihrer Übelkeit abgelenkt werden können.

4. Die Erbanlagen einer Frau

Frauen, deren Mütter morgendliche Übelkeit hatten, haben erwiesenermaßen eine höhere Wahrscheinlichkeit, diese auch zu bekommen.

5. Stress in der Schwangerschaft

Es ist bekannt, dass emotionaler Stress Magen-Darm-Störungen auslösen kann, daher ist es nicht verwunderlich, dass sich die Symptome der Morgenübelkeit verschlimmern, wenn Stress auftritt. 

Kann die Morgenübelkeit meinem Baby schaden?

Kurzfristig ist dies kein Problem. Ihr Baby ist glücklicherweise winzig klein, wenn die Morgenübelkeit am schlimmsten ist, und hat noch nicht viel Nährstoffbedarf.  Sogar Frauen, die im ersten Trimester weniger Appetit haben schade Ihrem Baby dadurch nicht, solange sie das verlorene Gewicht nach Bedarf in späteren Monaten nachholen. 

Ist es schlimm, wenn ich keine Morgenübelkeit habe?

Morgendliche Übelkeit, wie das Verlangen nach Essiggurken und Eiscreme, ist eine jener Binsenweisheiten über die Schwangerschaft, die nicht unbedingt wahr ist. Während Studien zeigen, dass fast drei Viertel aller schwangeren Frauen Übelkeit und/oder Erbrechen haben, bedeutet das, dass etwas mehr als 25 Prozent es nicht haben. Wenn Sie zu denen gehören, die nie einen Übelkeitsmoment haben, oder sich nur gelegentlich leicht unwohl fühlen, betrachten Sie sich nicht nur als schwanger, sondern auch als glücklich!

Morgenübelkeit und Übelkeit während der Schwangerschaft
5 (100%) 1 vote
2018-04-29T21:09:12+00:00 April 27th, 2018|Schwanger|